Adventskalender 2020

Adventskalender 2020

Online Adventskalender

Winterfreundschaft

Ein Schneemann steht im Regen,
ich habe ihn gebaut,
er liebte mich deswegen
und hat mir stets vertraut.
Nun schmilzt er hoffnungslos,
die Welt ist oft makaber,
es bleibt mir die Erinnerung bloß
- verflossener Liebhaber.

Wolfgang Schmidt

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit!

Rainer Maria Rilke

Winterfahrt

Graupelgraue Wolken hängen
nieder bis zum Horizont,
schneebedeckte Bäume zwängen
Autolicht in einen Schlund.
Dicke Flocken wirbeln wild,
tanzen vor der Scheibe,
Gestöber aus dem Dunkel quillt
und raubt die Sicht beileibe.
Kommt nun ein Hindernis heran,
ich hoff, dass ich es sehe.
Da liegt ein Haufen auf der Bahn,
die Frau ruft noch: Oh, Wehe !

Wolfgang Schmidt

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer, und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält, weiß um den Segen!

Matthias Claudius

Klos es am komme

Hüt morje, do han ech jett Feines jesenn,
do woer dr Hemmel so ruet-
Do backde dr Klos sin Weggemänn
on mengde si Weihnachtsbruet.
He hott sech de Maue opjekremp
on jlödde vör Iefer on Fließ
on ronk eröm stonge Küves on Kömp
Mött Weggmänn - hööpewies.
Ech han och dä ahle Schümmel jesenn,
dä wadde all an de Heck,
do honk och dä jruete Sack am Penn,
dä Sack on de decke Steck.
Nu wett err Bescheed, on nu mar jebett,
on dr Klomp op et Fenßerbrett,
on dat er mech jo dat Heu net verjett,
on nu - allemasch en et Bett.

Gedicht zum Nikolaustag

Nikolaus, du guter Mann,
hast einen schönen Mantel an.
Die Knöpfe sind so blank geputzt,
dein weißer Bart ist gut gestutzt,
die Stiefel sind so spiegelblank,
die Zipfelmütze fein und lang,
die Augenbrauen sind so dicht,
so lieb und gut ist dein Gesicht.
Du kamst den weiten Weg von fern,
und deine Hände geben gern.
Du weißt, wie alle Kinder sind:
Ich glaub, ich war ein braves Kind.
Sonst wärst du ja nicht hier
und kämest nicht zu mir.
Du musst dich sicher plagen,
den schweren Sack zu tragen.
Drum, lieber Nikolaus,
pack ihn doch einfach aus.

unbekannter Verfasser

Zur Adventszeit in Kastelruth
trägt der Sepp einen Alu-Hut,
gegen Strahlen aus dem All
hilft er auf jeden Fall,
das Nudelsieb steht ihm gut!

GW

Rentier Kalle (und Kollegen)

Im Winterwald erscholl die Kunde,
verwirrt die ganze Rentier-Runde
'Corona' - was soll das schon wieder,
vielleicht ein neues Grippe-Fieber?
Auch dem Kalle, sonst nicht faul,
fällt glatt der Hafer aus dem Maul.

Der Chef in seinem roten Mantel
hört vor dem Stall schon das Gegrantel.
Bleibt stehen in der off'nen Tür,
sagt ernst 'Corona, gefährlich für Mensch und Tier,
lässt uns keine andere Wahl
als stets zu tragen Mund-Nasen-Maske oder Schal.

Ansteckung vermeiden - das oberste Gebot!
Der Virus ist tückisch, drum jetzt in der Not
haltet ein die Regel A-H-A-L
damit er fernbleibt und wir nicht schnell
einrichten müssen eine Krankenstation.
Gesundbleiben soll sein der Mühen Lohn.

A für Abstand, lasst uns weiterschau'n
H häufig Waschen Hände oder Klau'n,
wichtig Hygiene beim Husten und Niesen,
damit die Viren nicht unnötig sprießen.
A steht für Alltagsmasken, aus Stoff oder Leinen,
L für lüften, denn, es will mir scheinen,
der Virus mag gar keine frische Luft -
ist er doch ein rechter Schuft.

Die Weihnachtsengel nähten schon mit fleißiger Hand
Masken aus allem, was sich so fand.
Damit liebe Kinder auch im Corona-Jahr
Weihnachtsgeschenke erhalten, so, wie es schon immer war.'

Es war ein ungewohntes Bild,
doch weil Rentiere von Natur aus verständig, und gar nicht wild,
hielt ein jedes ein die Regeln brav.
Und wenn eine Maske mal nicht richtig saß
änderten Engelchen flugs die Ohrenbänder
oder nähten Abnäher an die Ränder.

Sehen Kinder jetzt in den Adventshimmel hinauf
erblicken sie manchmal der Rentiere Lauf,
Abstand haltend und unter vielen Mühen
Geschenke-beladene Schlitten ziehen.
Ein jedes Rentier trägt seine bunte Maske stolz -
ach, wären doch auch alle Menschen aus solchem Holz!

Weihnacht' wie es früher war

Ich wünsche mir in diesem Jahr
mal Weihnacht, wie sie früher war.
Kein Rennen zur Bescherung hin.
Kein Schenken ohne Sinn.

Ich wünsch' mir keine teure Sache,
aus der ich mir doch gar nichts mache.
Ich möchte nur ein winzigkleines Stück
vom verlor'nen Weihnachtszauber zurück.

Dazu frostklirrend eine Heil'ge Nacht,
die frischer Schnee winterlich gemacht.
Und leuchtender als sonst die Sterne:
So hätt' ich's zur Bescherung gerne.

Wohl auch das Läuten ungezählter Glocken,
die Mitternachts zur Mette locken.
Voll Freude angefüllt die Herzen,
Kinderglück im Schein der Kerzen.

Könnt' diese Nacht geweiht doch sein!
Nicht überladen mit Wohlstand - eher klein!
Dann hörte man wohl unter allem Klingen
vielleicht mal wieder Engel singen.

Ach, ich wünsche mir in diesem Jahr
Weihnacht, wie sie als Kind mir war.
Es war einmal, so lang ist's gar nicht her,
für uns so wenig so viel mehr ...

Jutta Gornik

Zur Weihnacht in Köln näht Ilona
zehn Masken für Enkelin Mona,
dafür mopst sie schnell
zwei Laken im Hotel,
und ruft: Sorry, ist gegen Corona!

GW

Der Gewerbeschein

Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen,
es war beim Finanzamt zu betteln und flehen.
Doch das Finanzamt ist eine Behörde und teuer,
verlangt vom Christkind die Einkommenssteuer.

Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann,
dass das Christkind so viel verschenken kann.
Das Finanzamt hat so nicht kapiert,
wo von das Christkind dies finanziert.

Das Christkind rief: "Die Zwerge stellen die Geschenke her",
da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.
Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben
und die Erlöse wären anzugeben.

"Ich verschenke das Spielzeug an Kinder" wollte das Christkind sich wehren,
dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,
wäre dieses jetzt besser zu sagen.

"Meine Zwerge besorgen die Teile
und basteln die Geschenke in Eile".
Das Finanzamt fragte wie verwandelt,
ob es sich um ein innergemeinschaftliches Gewerbe handelt.

Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,
von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz?
"Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld",
ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt."

"Aus allen Ländern kommen die Sachen,
mit den wir die Kinder glücklich machen."
Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,
denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.

Das Finanzamt hat von diesen Sachen keine Ahnung
und meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.
Mit diesen Sachen, welch ein Graus,
fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.

Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein
und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Herbstlich

Neblige Schleier im Wiesengrund,
verblichen ist das Sommerbunt,
die Schatten der Birken fallen so lang,
im Herzen ist's schon winterbang.
Öd und leer das Himmelsgestühl
ohne quirliges Schwalbenspiel,
ein Krähenpärchen kontrolliert,
was im Stoppelfeld passiert,
da ertönt ein fernes Vogelgeschrei,
eine Formation Kraniche zieht vorbei.
Genau wie am Fluss der Silberweide
gehen dem Kalender die Blätter zur Neige.

Wolfgang Schmidt

Adventswarten

Es ist das ganze Leben
für den, der Jesus kennt,
ein stetes, stilles Warten
auf seligen Advent.

Er kommt, heißt unser Glaube,
er kommt, heißt unser Trost,
wir hoffen in der Stille
und wenn das Wetter tost.

Wir schauen auf im Kampfe,
wir seufzen oft im Dienst:
Ach, dass du kämst, Herr Jesu,
ach, dass du bald erschienst!

Hedwig von Redern

Oh du grausige

Verletzlich schöne Weihnachtszeit
die Arme, Herzen gar so weit.
Die Sucht nach Liebe, Harmonie
herrscht in den Tagen wie sonst nie.
Verzeihen, danken, Hilfen geben
erfasst zum Feste beinah jeden.
Gutmenschenzeit sind diese Tage,
mustergültig ohne Frage.
Fürs ganze Jahr könnten sie gelten
wäre Frieden nicht so selten.
Es trifft doppelt schlimm die Seelen
gibt's Terror bei den Krippenspielen.

Wolfgang Schmidt

Ren-tabel

Die letzte Fahrt zu Tale,
der Schlitten hoch beladen,
es ächzen schwer die Kufen,
Schnee stiebt bei den Hufen.
Der rote Kutschermann
treibt das arme Zugtier an,
erreicht erschöpft die Strasse,
es dampft der Leib, es glüht die Nase.
Noch nicht zu spät, ich denke,
sind verteilt alle Geschenke.
Glück jetzt in den Stuben weilt,
der Kutscher rasch zum Zugtier eilt,
streicht übers Fell und applaudiert:
Rudolph, das hat sich doch rentiert.

Wolfgang Schmidt

Ein Weihnachtsengel in Mainz,
der brachte ein Bäumchen dem Heinz,
sehr festlich geschmückt,
was Heinz nicht beglückt
denn Klopapier gab`s nämlich keins!

(GW)

Das Weihnachtsfest

Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken,
in märchenstiller Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich nieder,
anbetend, staunend muß ich stehn,
es sinkt auf meine Augenlider,
ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm

Herbststurm

Blätter fegten drauf und drüber,
segelten wie kleine Drachen
die das Himmelszelt bewachten,
fielen dann beim Nachbarn nieder.
Der konnt' darüber gar nicht lachen.

Sturmgebraus von allen Seiten,
weiß nicht wie es dann geschah
und ich alles rückwärts sah,
eine braune Wand sich breiten.
Da waren die Blätter wieder da.

Wolfgang Schmidt

Alle Jahre wieder

Die Sonne bereits herbstlich schaut,
ihre Wärme geht noch in die Haut.
Von Norden doch, der Wind bringt Kühle,
vorbei die Sommersonnenschwüle.

Bunte Kleckse zeigt der Wald,
es lichtet sich das Blattwerk bald
und Früchte rieseln nun zuhauf,
der Clevere füllt sein Lager auf.

Nach üppig Füllhorn der Natur,
steht karge Winterzeit bevor,
wer diese Hürde meistern kann,
der fängt im März von vorne an.

Wolfgang Schmidt

Adventus domini

Hinter verschloss‘nen Toren,
Türen, Gittern, Schranken,
sich viele Mythen ranken.
Was liegt dort verborgen?

Entweder Schatz oder Verlies?
Es gibt Dinge dort im Dunkeln,
worüber alle heimlich munkeln?
Oh, wie gerne wüßt' ich dies.

Es kann die Nerven rauben.
Zeitlebens gibt es Sphären,
die sich uns verwehren.
Was schließlich bleibt, ist glauben.

Im Advent können wir hoffen,
am End ist jedes Türchen offen.

Wolfgang Schmidt

Zuversicht

Ein Platz hoch am Licht
wer strebt danach nicht,
das Strecken und Ranken
bestimmt die Gedanken,
trotz der heutigen Sorgen
alles wird besser ab morgen.
Das Ungewisse besiegen
heißt Lebensmut kriegen,
der nächste Augenblick
bringt vielleicht das Glück,
nur ein Wimpernschlag bloß
und die Hoffnung wird groß.
Drum beachte nicht zuletzt,
Deine Zukunft fußt im Jetzt.

Wolfgang Schmidt

Vorgebeugt

Wir sind mental noch nicht bereit,
doch es frostet und es schneit.
Von deinem sommerbraunen Teint
duftet winterschwer Parfum.
Vorbei der Duft von Gras und Blumen,
von frischen Feldern, Ackerkrumen.
Kein Pollenkitzeln in der Nase
und Schwalbenschrei über der Straße.
Still und dunkel bald die Zeit,
ist für den Winterschlaf bereit.
Rückzug und Entbehrung
in Sachen Liebe und Ernährung,
hat in der Wildnis Sinn und Zweck,
doch ich hab meinen Winterspeck.

Wolfgang Schmidt

Ankunft

Schneekristalle wirbeln kraus,
funkeln im Laternenschein,
die Natur im Winterschrein,
sieht ganz still und friedlich aus.

Fenster leuchten in die Nacht,
drinnen singend vor dem Baum,
Familien haben einen Traum,
von heiler Welt, wenn Christ erwacht.

Glocken rufen zum Gebet,
Kirchenschiff birgt Schwache, Starke,
genau wie einst auf Noah's Barke,
Ängste sind jetzt obsolet.

Da klingen Schellen irgendwo,
dumpfer Klang von Hufen,
Schnee knirscht unter Kufen
und der Kutscher ruft: Ho, Ho!!

Die Heilige Nacht

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!

Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.

Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!"

"Ich verkünd euch grosse Freud:
Der Heiland ist geboren heut."

Da gehn die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;

zu singen dem süssen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.

Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König' mit ihrem Stern.

Sie knieen vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"

Eduard Mörike

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